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#WORK · LinkedIn-Original

Überlastet? Warum sich Anwesenheit Arbeit sucht!

Autor: Dr. Michael Zeisig · Erstmals veröffentlicht: 29. August 2024

Zwei unterschiedlich große Sanduhren stehen neben verschieden großen Tellern.
Bildquelle: KI-generiert

Überlastet? Warum sich Anwesenheit Arbeit sucht!

Jeder kennt sie, die Klagen über ständige Überlastung am Arbeitsplatz. "Zu viel zu tun, zu wenig Zeit!" - ein Dauerbrenner in den Fluren der Unternehmen.

Mir fällt dann immer ein Ausspruch ein, den ein ehemaliger Arbeitskollege zu sagen pflegte: "Anwesenheit sucht sich Arbeit".

Dahinter steckt die Hypothese, dass "dringenden" Aufgaben eher ein Produkt unserer Anwesenheit als echter Notwendigkeiten sind. Dabei stoßen wir auf das Parkinsonsche Gesetz - nein, keine Sorge, es geht hier nicht um eine Krankheit, sondern um eine Regel, die besagt, dass Arbeit sich genau in dem Maß ausdehnt, wie Zeit zur Verfügung steht, um sie zu erledigen. Gib uns vier Stunden für ein Projekt, und voilà, es wird in vier Stunden fertig. Aber gib uns vier Wochen, und es wird... richtig, vier Wochen dauern! Arbeit dehnt sich in dem Maße aus, wie Zeit für ihre Erledigung verfügbar ist.

Hier zeigt sich, dass nicht die Menge der Arbeit, sondern unsere Wahrnehmung der verfügbaren Zeit entscheidend ist.

Gleiches gilt im übertragenen Sinne übrigens auch für Essgewohnheiten, wie amerikanische Studien belegen: Historisch gesehen haben sich die Tellergrößen vergrößert – und mit ihnen unser Konsum. Genauso wie ein größerer Teller dazu einlädt, mehr zu essen, kann eine großzügig bemessene Zeit uns verleiten, Arbeit unnötig auszudehnen. Interessanterweise war George Washington bekanntlich schlank, was weniger seinem Trainingsregime als vielmehr der Größe seiner Teller geschuldet war.

Diese historische Anekdote führt uns vor Augen, wie unser Verhalten von den uns gestellten Grenzen beeinflusst wird – sei es bei der Arbeit oder beim Essen.

Diesen Gedanken weiterspinnend, könnte eine bewusste Reduktion unserer "Tellergröße" in der Arbeit – also der uns selbst gesetzten oder zugestandenen Zeiträume für bestimmte Aufgaben – uns nicht nur effizienter, sondern auch zufriedener machen. Statt 120% Perfektionsstreben reichen eben auch 70-80%. Indem wir lernen, unsere Ressourcen – Zeit, Aufmerksamkeit, Energie – gezielter einzusetzen, könnten wir dem Automatismus entkommen, jede verfügbare Minute mit Arbeit zu füllen.

Wenn Dir also das nächste Mal wieder jemand begegnet, um sein Leidlied der Überlastung zu singen, denke an den Spruch meines ehmaligen Kollen: „Anwesenheit sucht sich Arbeit“ - manchmal - nicht immer - ist es tatsächlich so!

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Warum füllt Arbeit oft die verfügbare Zeit? Ein Impuls über das Parkinsonsche Gesetz, bewusste Grenzen und den Umgang mit Überlastung.