← Alle Artikel

#WORK · LinkedIn-Original

Warum Führungskräfte mit halbleeren Gläsern keine Brände löschen

Autor: Dr. Michael Zeisig · Erstmals veröffentlicht: 10. Oktober 2024

Eine rote Alarmglocke hängt in einem ruhigen Flur.
Bildquelle: KI-generiert

Warum Führungskräfte mit halbleeren Gläsern keine Brände löschen

Kennst du noch Heiko Mell? Seine Karrierekolumnen in den 90er Jahren waren für mich legendär, als ich als junger Ingenieur die VDI Nachrichten abonniert hatte. Und soviel ich weiß, schreibt er heute immer noch für den VDI. Ich erinnere mich an eine Kolumne, in der er sinngemäß schrieb: „Wer ständig ‚Es brennt!‘ ruft, dem hilft im Ernstfall niemand.“ Mell war bekannt für seine klaren und praxisnahen Ratschläge. Eines seiner wichtigsten Prinzipien: Eigenverantwortung und Problemlösungsfähigkeiten sind entscheidend für beruflichen Erfolg.

Wenn Mitarbeiter und Führungskräfte bei jedem Problem zum Chef rennen oder nach dem Motto „Melden macht frei“ nur Schwierigkeiten weitergeben, schadet das langfristig mehr, als es nützt. Wer immer wieder „Es brennt!“ ruft, verliert schnell die Glaubwürdigkeit und hinterlässt den Eindruck, nicht eigenständig arbeiten zu können. Das Ergebnis? Im Ernstfall zweifelt der Chef an der Dringlichkeit und an der Fähigkeit, Probleme selbst zu lösen. Besonders Führungskräfte riskieren dabei, das Vertrauen ihres Teams zu verlieren, wenn sie ständig Alarm schlagen, ohne selbst Lösungen zu präsentieren oder die Situation differenziert zu betrachten.

Mell riet in dieser Kolumne daher: Geh nur dann zum Chef, wenn du wirklich nicht weiterkommst oder wenn das Problem strategische Auswirkungen hat, die eine Rücksprache erfordern. Ansonsten: Sei proaktiv, finde Lösungen und präsentiere diese! Das stärkt nicht nur dein eigenes Profil, sondern zeigt auch, dass du Verantwortung übernehmen kannst.

Um hier keine Missverständnisse entstehen zu lassen: Es geht nicht darum, Probleme unter den Teppich zu kehren. Vielmehr geht es um eine Haltung im Job, bei der Eigeninitiative und Lösungsorientierung im Vordergrund stehen. Eine „Das-Glas-ist-halb-voll“-Einstellung ist dabei entscheidend – statt immer nur das Halb-Leere zu sehen. Diese Einstellung ist heute genauso relevant und wertvoll wie damals. Besonders Führungskräfte sollten sich hinterfragen, wie oft sie „Es brennt!“ rufen und welche Auswirkungen das auf ihr Team hat. Mit halbleeren Gläsern lassen sich schließlich Brände schlecht löschen.

(👉🏼 Ach, ja - eines noch: Ihr könnt bei LinkedIn auf meinem Profil die 🔔 Glocke 🔔 aktivieren. Dann bekommt ihr auch in Zukunft meine Posts ausgespielt. -> MACHEN!)

Artikel teilen↗

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Lassen Sie uns Ihre Fragestellung gemeinsam einordnen.

Ins Gespräch kommen↗
Original publication

standalone

Führung zwischen Optimismus und Krisenbewusstsein: Warum Probleme Aufmerksamkeit brauchen und Warnsignale zum Handeln auffordern.