
Vier Monate Streit. Dann drei Wochen Klarheit. Der Unterschied lag nicht an den Personen.
Ein Familienunternehmen wollte eine Führungsebene neu ordnen. Erster Anlauf: Man diskutierte sofort, wer welche Rolle bekommt. Jede Sachfrage wurde zum Revierkampf. Vier Monate lang kam keine Entscheidung zustande — nicht weil die Menschen schwierig waren, sondern weil die Reihenfolge falsch war.
Zweiter Anlauf, drei Monate später: erst die Struktur festgelegt — Zielbild, Schnittstellen, Verantwortungsbereiche. Dann die Rollen beschrieben, unabhängig von Namen. Erst zuletzt die Personalfrage geklärt.
Ergebnis: Entscheidung in drei Wochen. Gleiche Menschen, gleiche Interessen — andere Reihenfolge.
Wer zu früh über Namen spricht, macht aus Strukturfragen schnell Machtfragen. Struktur vor Rollen vor Personen entpersonalisiert den Konflikt und macht Veränderung verhandelbar.
Wird bei euch zuerst über Struktur gesprochen — oder zuerst über Namen?
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