#PEOPLE · LinkedIn-Original
Montag, 9 Uhr, Strategie-Meeting. Jemand stellt eine kritische Frage. Zehn Leute nicken. Keiner widerspricht.

Montag, 9 Uhr, Strategie-Meeting. Jemand stellt eine kritische Frage. Zehn Leute nicken. Keiner widerspricht.
Die eine Reaktion lautet: "Warum hat keiner etwas gesagt?" Die andere: "Was hat euch unsicher gemacht, es zu sagen?"
Die erste Frage sucht einen Schuldigen. Die zweite sucht die Ursache.
Der Unterschied entscheidet, ob dein Team beim nächsten Mal wieder schweigt.
Schweigen ist selten Bequemlichkeit. Es ist Selbstschutz.
In einer Retrospektive sagte zunächst niemand etwas zu einer strittigen Entscheidung. Erst als ich fragte, was sie zurückhält, kamen innerhalb von zwanzig Minuten drei Blocker auf den Tisch. Die Blocker waren nie das Problem. Das Schweigen war es.
Forschung zeigt: Psychologische Sicherheit erhöht Lernen, Leistung und Bindung. Gleichzeitig berichtet ausgerechnet das mittlere Management häufig von der geringsten Sicherheit – dort, wo die meisten Entscheidungen vorbereitet werden. Kein Wunder also, dass ausgerechnet dort schlechte Entscheidungen entstehen, wo niemand mehr widerspricht.
Führung entscheidet nicht nur, was gesagt wird. Sondern ob etwas überhaupt gesagt werden kann.
Wo in deinem Team wurde zuletzt nicht widersprochen, obwohl es Gründe dafür gäbe?
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