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Execution Wins: Dem Krebsgeschwür “Endlosprojekte” entkommen

Execution Wins: Dem Krebsgeschwür “Endlosprojekte” entkommen
Endlosprojekte sind ein echtes “Krebsgeschwür”, dass Du nicht nur in der Strategie-Umsetzung sofort “therapieren” solltest. Die Begriffe “endlos” und “Projekt” gehören ja per Definition schon nicht zusammen: Ein Projekt ist hat neben der Einzigartigkeit ja schlichtweg dadurch gekennzeichnet, dass es einen definierten Start und ein definiertes Ende hat - also das Gegenteil von endlos!
In der Praxis erlebe ich aber immer wieder, dass Projekte dieser simplen Anforderung nicht genügen. Kommt dann noch ein völlig falsches Verständnis von Agilität hinzu, gehört der Patient Strategieumsetzung sofort auf die Intensivstation. Aussagen wie “wie machen hier ebenen nicht ‘klassisch Wasserfall’ sondern sind ganz agil und ‘irren nach vorne’ scheint eine weitverbreitete Legitimation zu sein, den Krebsgeschwüren der Strategieumsetzung tatenlos zuzusehen!
Es wird irgendwie gestartet, ohne die Erwartungshaltung an die Projekte klar zu definieren (= definition of done: wann waren wir eigentlich erfolgreich? Was soll hinterher anders/besser sein als vorher?) und weil das eben nicht klar ist, laufen diese Projekte dann auch endlos den undefinierten Erwartungen (moving targets) hinterher: die Erwartungen wachsen über Zeit wie Krebsgeschwüre an, und weil die Erwartungen über Zeit anwachsen, wächst logischerweise auch die erforderliche Zeit, um diese Erwartungen zu erfüllen, kontinuierlich mit. Aber selbst wenn Erwartungen und Erfolgskriterien klar sind, stehe ich Laufzeiten von Projekten die in der Strategieumsetzung deutlich 6 Monate überschreiten kritisch gegenüber: Für mich ein Anlass, zumindest mal kritisch “reinzuschauen”. Ein Indikator fürs “Reinschauen” ist beispielsweise, wenn in Projekten wie beim Hockey-Stick alle Ergebnisse ganz zum Ende des Projektes nach über einem Jahr erst vorliegen können und sich das vermeintlich zum Kontrollwahn neigende Management bis dahin bitte gedulden müsse.
Ich will damit nicht ausschließen, dass es strategische Vorhaben gibt, deren Umsetzung deutlich mehr Zeit brauchen als 6 Monate. Um solche Projekte aber nicht erst nach 2 Jahren der Erfolglosigkeit abbrechen zu müssen, nachdem oftmals Unmengen an Zeit (menschliche Ressourcen) und Geld sowie Frust vergeudet worden sind, empfiehlt sich ein simple aber einfache Methode - wie so oft nichts Neues:
Den Elefant einfach mal in Scheiben schneiden - oder anders ausgedrückt: Komplexe, langlaufende Projekte einfach mal in kleiner, handhabbare Teile zerlegen, die nach bestenfalls 3 und schlimmstenfalls 6 Monaten nachweislich Ergebnisse vorbringen.
Wem “Elefant in Scheiben schneiden” im “Nachhaltigkeits-Zeitalter” zu martialisch klingt, der kann das auch Neudeutsch einfach “Chunking” nennen. Klingt auch viel modernen und sexy und lässt sich viel besser als “neueste Sau durchs Dorf treiben”. Wenn die Sau im Unternehmen aktuell den Namen “OKR” (Objectives & Key Results) trägt dann ist das - richtig angewendet - sowieso das höchste der Gefühle in der modernen „Strategieumsetzuns-Medizin“, um das Krebsgeschwür der “Endlosprojekte” in der Strategieumsetzung erfolgreich zu therapieren.
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