
Paralyse durch Analyse: Warum »Weniger ist mehr« zählt
Dauern bei Euch Entscheidungen auch ewig? Besser noch ‘mal gründlich analysieren, bevor wir entscheiden? Haben wir dieses oder jenes schon gründlich untersucht?
Paralyse durch Analyse: Komplizierte Methoden und Analyseverfahren führen oft dazu, dass man die grundlegendsten Dinge übersieht. Nassim Nicholas Taleb beschreibt in seinem Buch “Antifragilität: Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen”, wie Menschen in der Praxis es sich nicht leisten können, das Wesentliche zu übersehen – andernfalls droht der Absturz.
Die Macht der Einfachheit
Forscher und Akademiker neigen dazu, Dinge zu verkomplizieren. Ihre Selektion basiert oft auf der Fähigkeit, Komplexität zu erzeugen. Im Gegensatz dazu müssen sich Menschen in der realen Welt nach Überlebenskriterien orientieren. Hier zeigt sich, dass »Weniger ist mehr« oft der Schlüssel zum Erfolg ist: Je mehr Studien es gibt, desto stärker geraten fundamentale Dinge aus dem Blick. Praktische Erfahrung hingegen reduziert die Dinge auf das Wesentliche.
Einfach mal machen
Taleb betont, dass in unsicheren und unvorhersehbaren Zeiten das Prinzip von Versuch und Irrtum entscheidend ist. Statt Dinge zu übertheoretisieren und nie (oder zu spät) ins Handeln zu kommen, ist der Tüftlergeist gefragt. Es geht darum, durch Ausprobieren und Lernen aus Fehlern Fortschritte zu machen. Tüftler statt Akademiker – das ist die Devise. #einfachmalmachen
Überraschende Kausalitäten
Interessant finde ich auch den Gedanken Talebs, dass es die vermeintliche Kausalität Bildung -> Wohlstand und Wirtschaftswachstum nicht gibt. Stattdessen führt Wohlstand und Wirtschaftswachstum zu mehr Bildung. Ein Beispiel dafür ist die wohlhabende Schweiz, die ein vergleichsweise niedriges Bildungsniveau hat.
Von der Theorie zur Praxis
Ich selbst habe es erlebt und wahrscheinlich auch viele andere Akademiker: Der Kulturschock, wenn man von der Uni kommt und in der Industrie zu arbeiten beginnt. Plötzlich merkt man, dass vieles von dem, was an der Uni gelehrt wurde, in der Praxis kaum Anwendung findet. Paradoxerweise ist der Uni-Abschluss oft nur eine Eintrittskarte – die eigentliche Ausbildung beginnt erst nach dem Bildungsabschluss.
Weniger ist mehr – auch in deinem Leben?
Wie oft verkomplizieren wir unser eigenes Leben und Arbeiten durch unnötige Komplexität? Hast du Beispiele, wo »Weniger ist mehr« dein Leben oder Arbeiten verbessert hat? Teile deine Erfahrungen und lass uns darüber austauschen!
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