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Ich habe 40 Jahre gelernt zu tippen. Jetzt lerne ich, es wieder zu verlernen.

Autor: Dr. Michael Zeisig · Erstmals veröffentlicht: 6. November 2025

Mikrofon neben Notizbuch und Tastatur als Motiv für Sprechen statt Tippen.
Bildquelle: KI-generiert

Ich habe 40 Jahre gelernt zu tippen. Jetzt lerne ich, es wieder zu verlernen.

Voice-First – also sprechen statt tippen – ist 3 bis 5 Mal schneller. Die Zahlen sind klar: Tippen schafft 40-60 Wörter pro Minute, Sprechen 120-160.

Und trotzdem ist es verdammt schwer.

Ein Beispiel aus meinem Alltag:

Früher: E-Mail tippen, 3-5 Minuten pro Mail. Formulieren, umformulieren, Tippfehler korrigieren, nochmal drüberschauen, absenden.

Heute: Ich spreche die Mail einfach, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Mit Ähs, Pausen, Wiederholungen. Dafür nutze ich WisprFlow als App. Mein KI-Assistent macht daraus eine Mail – in meiner Tonalität, nach meinen Vorgaben, anhand meiner Musterbeispiele. Dauer: 1-2 Minuten.

So, um es anschaulich zu machen, eine Milchmädchenrechnung:

  • Durchschnittliche E-Mail: 125 Wörter
  • Tippen: 50 Wörter/Min → 2,5 Min reine Tippzeit + Nachdenken/Formulieren/Korrektur/noch einmal Drüberschauen → 3-5 Min gesamt
  • Sprechen + KI: 140 Wörter/Min → unter 1 Min + kurz Prüfen → 1-2 Min gesamt
  • Ersparnis: 2-3 Min pro Mail (etwa die Hälfte)

Bei mir (10 Mails/Tag):

  • 25 Min pro Tag
  • 2 Stunden pro Woche
  • 100 Stunden pro Jahr

Hochgerechnet auf ein Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitenden (Durchschnitt 5 Mails/Tag):

  • 208 Stunden pro Tag
  • 48.000 Stunden pro Jahr

Das entspricht 28 FTEs

<Ende der Milchmädchenrechnung>

Aber:

Meine Finger wollen trotzdem zur Tastatur. Immer noch. Nach Jahrzehnten Zwei-Finger-System ist das Muskelgedächtnis tief verankert.

Warum ich das trotzdem durchziehe?

Weil es die beste Change-Management-Selbsterfahrung ist, die ich haben kann.

Erstens: Bei sich selbst anfangen. Wer anderen Veränderung abverlangt, sollte selbst spüren, wie sich das anfühlt.

Zweitens: Erleben, wie mühsam es ist. Transformation ist kein Event. Es ist das tägliche Ringen mit Gewohnheiten, die nicht loslassen wollen. Auch wenn die Zahlen klar sind.

Das hat nichts mit KI-Hype zu tun. Das ist schlicht Effizienz durch Pragmatismus: Einfache Tools, kein Riesenprojekt, sofort nutzbar. Aber eben auch: Nicht bequem. Nicht schnell erledigt. Echte Arbeit an sich selbst.

Voice-First ist für mich kein Produktivitäts-Hack. Es ist ein Realitäts-Check.

💬 Wer von euch nutzt Voice-First im Alltag? Wie viele Mails schreibt ihr pro Tag?

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#KI #Führung #Transformation

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Voice-First – also sprechen statt tippen – ist 3 bis 5 Mal schneller. Die Zahlen sind klar: Tippen schafft 40-60 Wörter pro Minute, Sprechen 120-160.