Hybride Organisation · Mensch & KI

Mensch und KI.
Klar organisiert.

Eine hybride Organisation verbindet Menschen und KI in ihrer Struktur und in ihren Prozessen. Die Aufbauorganisation verankert Rollen und fachliche Verantwortung. Die Ablauforganisation regelt ihre Zusammenarbeit. Eine gemeinsame Basis aus Daten und Kontextwissen gibt Rollen, Aufgaben und Entscheidungen den fachlichen Kontext.

Das Fundament: rollenbasierte Prozesse, verknüpfte Anforderungen und organisatorisch verankerte Verantwortung.
Vor über 20 Jahren entwickelt, bei Lufthansa Technik angewendet und heute zur hybriden Organisation weitergedacht.

Rollen statt LesemarathonDie für die eigene Aufgabe relevanten Prozesse finden.
Anforderungen mit ProzessbezugDie Umsetzung von Vorgaben nachvollziehen.
Forschung mit PraxisbezugVon der Dissertation über IQ MOVE bis zu ProX.
01 / Heute weitergedacht · Mensch & KI

Drei Komponenten.
Eine hybride Organisation.

Eine hybride Organisation braucht drei miteinander verknüpfte Komponenten: eine klare Aufbauorganisation, rollenbasierte Abläufe und die Daten- und Wissensbasis der Organisation. Struktur und Prozesse greifen auf diese gemeinsame Kontextbasis zu.

Das Organigramm zeigt, wo Rollen verankert sind und wer sie fachlich verantwortet. Der Prozess zeigt ihr Zusammenspiel. Die gemeinsame Kontextbasis verbindet beides mit relevanten Daten, expliziten Regeln, Entscheidungslogiken und Erfahrungswissen.

Drei Komponenten der hybriden Organisation: links die organisatorische Verankerung von menschlichen und KI-Rollen, rechts ihr Zusammenspiel mit menschlicher Freigabe im Prozess. Beide sind mit einer gemeinsamen Basis aus Stammdaten, Transaktionsdaten, expliziten Regeln und Entscheidungslogiken sowie Erfahrungswissen verknüpft.
Hellgrau: Aufbauorganisation. Beige: Ablauforganisation. Dunkelblau: gemeinsame Daten- und Kontextbasis. Der Vertriebsleiter trägt im Beispiel fachliche Verantwortung und übernimmt die Freigabe im Prozess.
Aufbauorganisation · Organisatorische Heimat

Wer gehört wohin?
Wer trägt fachliche Verantwortung?

Menschliche und KI-Rollen werden Stellen und Organisationseinheiten zugeordnet. Im Beispiel sind Vertriebsmitarbeiter und Angebotsassistent unter dem Vertriebsleiter verankert. Dieser trägt die fachliche Verantwortung für ihren Einsatz, ihre Qualität und ihre Weiterentwicklung.

Eine Organisationseinheit ist keine Rolle: „Vertrieb“ bezeichnet den Bereich; „Vertriebsleiter“ und „Vertriebsmitarbeiter“ bezeichnen konkrete Rollen. Eine Stelle kann mehrere Rollen umfassen.

Ablauforganisation · Geregeltes Zusammenspiel

Wer übernimmt welche Aufgabe?
Wer prüft und entscheidet?

Rollenbasierte Prozesse machen die Zusammenarbeit konkret: Der Vertriebsmitarbeiter klärt die Anfrage, der KI-Angebotsassistent erstellt einen Entwurf und der Vertriebsleiter prüft und gibt ihn frei. Übergaben, Qualitätskriterien und menschliche Entscheidungen sind ausdrücklich beschrieben.

Das Rollenmodell verbindet beide Perspektiven: Aus der Organisation wird die fachliche Zuständigkeit sichtbar, im Prozess die konkrete Aufgabe und Entscheidung.

Die gemeinsame Grundlage

Daten und Kontextwissen.
Mit Rollen und Prozessen verknüpft.

Kontext ist mehr als eine Sammlung von Dokumenten. Vier unterschiedliche Arten von Daten und Wissen unterstützen die Arbeit von Menschen und KI:

01

Stammdaten

Grundlegende Angaben, zum Beispiel zu Produkten, Kunden oder Rollen.

02

Transaktionsdaten

Informationen über konkrete Vorgänge, Aufträge, Ereignisse und Ergebnisse.

03

Explizite Regeln und Entscheidungslogiken

Beschriebene Vorgaben, Prüfkriterien und Regeln für Entscheidungen.

04

Erfahrungswissen

Situatives Wissen aus der Praxis, das sich nur teilweise explizit machen lässt.

Von links nach rechts wird es anspruchsvoller, Wissen explizit und für KI nutzbar zu machen.

Rollenbasierte Prozessbeschreibungen helfen dabei. Sie machen Teile des Erfahrungswissens sichtbar: Wer übernimmt welche Aufgabe, worauf kommt es dabei an und nach welchen Kriterien wird entschieden? Erfahrungswissen wird dadurch nicht vollständig abgebildet.

01 / KI unterstützt

Informationen aufbereiten.

Der KI-Angebotsassistent erstellt auf Basis der geklärten Anfrage einen Angebotsentwurf. Aufgabe, Informationen und erwartetes Ergebnis sind definiert.

Definierte Aufgabe · klarer Output
02 / Mensch prüft & entscheidet

Verantwortung übernehmen.

Der Vertriebsleiter prüft den Angebotsentwurf und gibt ihn frei. Die Entscheidung liegt damit bei einer benannten menschlichen Rolle.

Human in the Loop · expliziter Entscheidungspunkt
03 / Prozess wird fortgesetzt

Entscheidung umsetzen.

Nach der Freigabe übernimmt der Vertriebsmitarbeiter das Angebot, stimmt es mit dem Kunden ab und führt den Prozess weiter.

Klare Übergabe · nachvollziehbares Ergebnis

Illustratives Beispiel für die heutige Anwendung des Rollenprinzips. Welche Aufgaben KI ausführt und welche menschlichen Prüfungen erforderlich sind, wird für den jeweiligen Einsatz festgelegt.

Drei Fragen für jeden KI-Einsatz im Prozess

Aufgabe: Was darf die KI konkret tun und welche Informationen nutzt sie?

Übergabe: Wann muss eine Person prüfen, entscheiden oder eingreifen?

Verantwortung: Welche menschliche Rolle verantwortet Ergebnis und weiteren Ablauf?

Dieser Abschnitt überträgt das Organisationsprinzip von 2004 auf den heutigen KI-Einsatz. Eine fachliche Referenz für klare Zuständigkeiten und menschliche Aufsicht ist das NIST AI Risk Management Framework (GOVERN 3.2 und MAP 3.5). NIST AI Risk Management Framework öffnen

Vom Konzept in die Praxis

Hybride Organisation
konkret gestalten.

Das Konzept wird wirksam, wenn Struktur, Zusammenarbeit und Kontextwissen im Alltag zusammenpassen. Diese drei Zugänge verbinden das Prinzip mit unserer Beratungsarbeit.

Hybride Organisation entwickeln.

Aufbau, Abläufe und KI-Rollen gemeinsam gestalten, fachliche Verantwortung klären und die Einführung schrittweise begleiten.

Hybride Organisation entwickeln

Prozesse und Rollen gestalten.

Aufgaben, Übergaben und Entscheidungen rollenbasiert beschreiben und das Zusammenspiel von Menschen und KI konkret im Prozess regeln.

Prozesse und Rollen gestalten
Flow:OS: Dr. Michael Zeisig, PACE und vier spezialisierte KI-Teams arbeiten auf einer gemeinsamen Wissensbasis zusammen.

Hybride Organisation, die wir selbst leben.

Mit Flow:OS ist hybride Organisation bei Game Changing Partner gelebter Arbeitsalltag: Dr. Michael Zeisig, PACE und spezialisierte KI-Teams arbeiten in klaren Rollen und auf einer gemeinsamen Wissensbasis – bei eindeutig menschlicher Verantwortung.

Flow:OS und das hybride Team kennenlernen
02 / Das Konzept

Dokumentation, die
bei der Arbeit hilft.

Die Ausgangsfrage meiner Dissertation: Wie kann Dokumentation ein ganzheitliches Qualitätsmanagement unterstützen? Der Ansatz setzt bei den Menschen und ihren Aufgaben an. Anforderungen werden eigenständig erfasst und systematisch mit den Arbeitsabläufen verbunden.

Grundprinzip: Gesetze, Normen und Unternehmensvorgaben werden in einer Anforderungsdatenbank erfasst und interpretiert. Daraus abgeleitete Aufgaben werden Prozessen zugeordnet und in rollenbasierte Prozessbeschreibungen integriert. Anforderungsdatenbank und Prozess- und Dokumentendatenbank sind verknüpft.
Grundprinzip des Dokumentationskonzepts · Ursprüngliche Darstellung: Dr. Michael Zeisig. Für diese Seite auf Deutsch und in heutiger Markengestaltung neu aufbereitet.

Eine Dokumentation für die Arbeit.
Ein nachvollziehbarer Bezug zu den Anforderungen.

Oben werden die Anforderungen systematisch erfasst und interpretiert. Unten beschreiben rollenbasierte Prozesse die tatsächlichen Arbeitsabläufe. Die roten Bausteine stehen für die aus Anforderungen abgeleiteten Aufgaben. Sie werden in konkrete Prozessschritte integriert. So entsteht ein nachvollziehbarer Weg vom Prozessschritt zurück zur Anforderung.

01

Prozesse nach Rollen darstellen.

Die Swim-Lane-Methode zeigt Tätigkeiten in den Bahnen der jeweils verantwortlichen Rollen. Übergaben und Schnittstellen werden sichtbar. Unterschiedliche Detailtiefen verbinden den Überblick der Prozesslandkarte mit Prozessdarstellungen und konkreten Arbeitsunterlagen.

Prinzip: Wer macht was?
Produktionsplaner
Auftrag vorbereiten →
Produktionsmitarbeiter
Arbeit durchführen →
Qualitätsprüfer
Ergebnis prüfen
Prozesslandkarte→ Prozessdarstellung→ Arbeitsunterlagen
02

Anforderungen erfassen.
Ihre Umsetzung verknüpfen.

Gesetzliche, behördliche, normative und weitere Anforderungen werden in einer Anforderungsdatenbank strukturiert erfasst, interpretiert und zu konkreten Aufgaben übersetzt. Die Verknüpfung mit der Prozess- und Dokumentendatenbank macht ihre Umsetzung nachvollziehbar. Ähnliche Aufgaben lassen sich harmonisieren. Ihre Zuordnung zu Prozessen und ihre Integration in die Abläufe bleiben rückverfolgbar.

Prinzip: Vom Ursprung bis zum Prozessschritt
Anforderung · strukturiert erfasst
Aufgabe · interpretiert und harmonisiert
Prozessschritt · zugeordnet und integriert

Die Verknüpfung führt auch zurück: vom Ablauf zur zugrunde liegenden Anforderung.

03

Rollen in der
Organisation verankern.

Ein konsistentes Rollenmodell verbindet Aufbau- und Ablauforganisation. Rollen werden Stellen zugeordnet und in der Organisationsstruktur verortet. So lässt sich aus einer Rolle erschließen, welche Aufgaben sie in welchen Prozessen übernimmt und welche Anforderungen damit verbunden sind.

Prinzip: Organisation trifft Prozess
Organisationseinheit
Stelle A
Rolle Produktionsplaner
Stelle B
Rolle Produktionsmitarbeiter
Rolle → Aufgaben → Prozesse → Anforderungen

Eine Stelle kann mehrere Rollen bündeln. „Einkauf“ ist eine Unternehmensfunktion; „Einkäufer“ bezeichnet eine Rolle.

03 / Interaktiv verstehen

Eine Rolle wählen.
Den Zusammenhang sehen.

Wählen Sie eine Rolle. Die zugehörige Swimlane wird markiert; links sehen Sie ihre Verankerung in der Organisation und ihre Aufgaben im Prozess.

Mensch & KI im selben Prozess.

Rollenbasierte Swimlane-Prozesssicht: Aufgaben, Übergaben und menschliche Freigaben werden sichtbar.

Swimlane-Prozess Mensch und KIVertriebsleiter · Mensch
Ausgewählte Rolle / Swimlane
Der Nutzen im Alltag

Ein Zusammenhang.
Mehrere Zugänge.

Mitarbeitende, Führungskräfte und Anforderungsspezialisten benötigen unterschiedliche Informationen. Das Konzept macht dieselbe verknüpfte Dokumentation aus ihren jeweiligen Perspektiven nutzbar.

Für Mitarbeitende

Relevante Aufgaben und Abläufe finden, Übergaben verstehen und sich bei einem Rollenwechsel systematisch einarbeiten.

Für Führungskräfte

Verantwortlichkeiten klären, Prozesse im Zusammenhang betrachten und Aufgaben bei organisatorischen Veränderungen nachvollziehbar zuordnen.

Für Anforderungsspezialisten

Nachvollziehen, wo Anforderungen berücksichtigt sind, und bei geänderten Vorgaben die verknüpften Aufgaben und Prozesse identifizieren.

04 / Von der Forschung in die Praxis

Bei Lufthansa Technik
eingeführt.
Bis heute relevant.

Das Konzept entstand im Austausch mit der betrieblichen Praxis. Ich habe die Einführung bei Lufthansa Technik mitgestaltet. Die damalige Umsetzung unter IQ MOVE und die heutige Plattform ProX stehen für die langfristige Anwendung einer verknüpften, rollenorientierten Prozessdokumentation.

2004 · Dissertation & IQ MOVE

Wissenschaftlich entwickelt.
Praktisch erprobt.

Die Dissertation beschreibt das Dokumentationskonzept, sein Erstellungs- und Veränderungsvorgehen sowie die industrielle Erprobung. Im Vorwort benenne ich die Zusammenarbeit mit Lufthansa Technik und dem Projektteam IQ MOVE ausdrücklich.

2026 · ProX

Im Managementsystem
weiterhin verankert.

Das aktuelle Managementhandbuch der Lufthansa Technik Group beschreibt ProX als verbindlichen Teil des Managementsystems. Es verbindet eine Anforderungsdatenbank mit rollenbasierten Prozessbeschreibungen, Organigrammen und Arbeitsdokumenten.

Mehr als zwei Jahrzehnte liegen zwischen Veröffentlichung und heutigem Praxisbezug. ProX ist eine über die Jahre weiterentwickelte Lösung; die Dissertation beschreibt das damalige Konzept und den damaligen Projektstand. Quelle zur heutigen Anwendung: Aktuelles Lufthansa-Technik-Handbuch öffnen

Buchcover: Entwicklung eines Dokumentationskonzeptes zur Förderung des ganzheitlichen Qualitätsmanagements von Michael Zeisig
05 / Die Veröffentlichung

Das wissenschaftliche
Fundament.

Entwicklung eines Dokumentationskonzeptes zur Förderung des ganzheitlichen Qualitätsmanagements

Die Arbeit entwickelt ein integriertes Dokumentationskonzept mit rollenbezogenen Sichten, systematischem Forderungsmanagement und einem Vorgehen für Erstellung, Veränderung und Anwendung der Dokumentation.

Autor
Dr. Michael Zeisig
Hochschule
Technische Universität Braunschweig
Veröffentlichung
2004 · Shaker Verlag
Reihe
Schriftenreihe des IFU · Band 008
ISBN-10
3832233741
Publikation auf Amazon ansehen
Quellen & Einordnung
  1. Zeisig, Michael (2004): Entwicklung eines Dokumentationskonzeptes zur Förderung des ganzheitlichen Qualitätsmanagements. Insbesondere Kap. 5.1–5.4 und 7.2; Abb. 5-7, 5-15, 5-18, 5-22 und 5-24. Grundlage dieser inhaltlich verdichteten Darstellung.
  2. Lufthansa Technik Group (2026): Lufthansa-Technik-Quelle öffnen , insbesondere S. 8–9 und 52–56. Belegt die heutige Funktion von ProX.

Diese Seite erläutert das historische Konzept in heutiger Sprache. Beispiel und Grafiken dienen dem Verständnis; sie sind keine Auszüge aus der aktuellen ProX-Anwendung. Die Weiterentwicklung des Systems ist eine gemeinschaftliche Leistung der beteiligten Teams.