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#WORK · LinkedIn-Original

Fakten liefern, Motive weglassen.

Autor: Dr. Michael Zeisig · Erstmals veröffentlicht: 20. August 2026

Bildquelle: KI-generiert: Fakten liefern, Motive weglassen.
Bildquelle: KI-generiert

„Der macht das doch nur, weil er sein Revier schützt."

Kein Satz eskaliert Projekte zuverlässiger als dieser.

Motivzuschreibung fühlt sich klug an. Sie ist nur selten ein Fakt. Die Psychologie nennt das den fundamentalen Attributionsfehler: Bei anderen sehen wir Charakter, bei uns selbst Umstände.

In festgefahrenen Konflikten wird daraus ein Muster. Forscher befragten knapp 3.000 Menschen auf beiden Seiten harter Konflikte: Jede Seite war überzeugt, sie selbst handle aus Verbundenheit, die andere aus Feindseligkeit (Waytz, Young & Ginges, PNAS).

Ich habe das in Transformationsprojekten oft erlebt. Ein Gremium, zwei Lager, monatelang keine Bewegung. Der Wendepunkt: alle Deutungen aus der Entscheidungsvorlage streichen. Übrig blieben Zahlen, Termine, Konsequenzen. Hart in der Sache, ohne Urteil über Personen. Die Entscheidung fiel in derselben Sitzung.

Deshalb mein Prinzip: Fakten liefern, Motive weglassen. Die Fakten dürfen hart sein. Die Interpretation gehört den Entscheidern. So entsteht Entscheidungsdruck ohne Gesichtsverlust.

Welche Motiv-Deutung hast du zuletzt gehört, wo Fakten gereicht hätten?

#Führung #Kommunikation #Transformation

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