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Ein praktisches Werkzeug für eine Führungskoalition im Wandel

Das Acht-Stufen-Modell für erfolgreichen Wandel des Harvard-Professors John Kotter ist bekannt und bildet den Kern seines berühmten Buches „Leading Change“. Die zweite Stufe handelt vom „Aufbau einer Führungskoalition“ – meiner Erfahrung nach ein wirklich wirkungsvolles Element erfolgreicher Veränderung. Aber das ist leichter gesagt als getan! In diesem Artikel lernst du den Leadership Team Monitor kennen: ein praktisches Werkzeug, um eine Führungskoalition aufzubauen.
Man kann nicht nicht kommunizieren!
Wenn es um Veränderungen in Organisationen geht, sind Verhalten und Kommunikation einer Führungskraft entscheidend für nachhaltigen Erfolg. Es geht nicht nur darum, was sie aktiv sagt und wie sie aktiv handelt, sondern auch darum, was sie nicht kommuniziert und wie sie nicht handelt. Ein Beispiel: Einer meiner Kunden stellte kürzlich allen Beschäftigten die neue Unternehmensstrategie in einer Präsenzveranstaltung vor. Der CEO stand vor dem Publikum und präsentierte die Hochglanzfolien. Der COO saß irgendwo im Publikum, sagte nichts, präsentierte keine Folie, prüfte gelegentlich seine E-Mails und sprach mit den Kollegen neben ihm über operative Themen, während der CEO mit Begeisterung versuchte, Dringlichkeit für die Veränderung zu vermitteln. Dieses Muster wiederholte sich monatlich bei jedem Fortschrittsbericht des CEO zur Strategieumsetzung. „Man kann nicht nicht kommunizieren“, sagte Paul Watzlawick einmal. Das passive Verhalten des COO wurde als „Er steht nicht Seite an Seite mit dem CEO“ verstanden. Schlimmer noch: Was mit einer flammenden Rede des CEO zur Dringlichkeit begonnen hatte, war bald nur noch ein kleines Flämmchen. Die Umsetzung strategischer Projekte geriet zunehmend ins Stocken und wurde von einigen Topmanagern sogar völlig vergessen. Eine Führungskoalition sieht anders aus.
Es ist nie zu spät, eine Koalition für den Wandel neu aufzubauen
Wir besprachen die Situation anschließend in einem Workshop mit dem Geschäftsführungsteam und begannen, durch die Definition von Leitlinien für wirksame Führung und Zusammenarbeit eine neue Führungskoalition aufzubauen. Dafür ist es nie zu spät. Leitlinien für wirksame Führung und Zusammenarbeit bestimmen den Anspruch, der notwendig ist, um den Wandel zu führen.
Damit diese Ansprüche nicht nur Lippenbekenntnisse auf weiteren Hochglanzfolien bleiben, kommt genau hier der Leadership Team Monitor ins Spiel. Er ist ein einfaches Werkzeug zur Reflexion der aktuellen Führungswirksamkeit, dessen monatlichen Einsatz in Geschäftsführungssitzungen ich empfehle. Die zuvor vereinbarten Führungsansprüche werden in einem Netzdiagramm abgebildet. Das geht beispielsweise mit Excel, mit Onlinewerkzeugen wie Mentimeter – praktisch in Zeiten der Distanzarbeit – oder ganz pragmatisch auf einem einfachen Flipchart.
Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel mit sieben Führungsprinzipien und einem fiktiven monatlichen Bewertungsergebnis.
Originalgrafik aus dem LinkedIn-Artikel (englisch).
Der Leadership Monitor lässt sich sofort praktisch am Flipchart einsetzen
Bei einem Kunden bewertet jedes einzelne Geschäftsführungsmitglied, wie gut das gesamte Team die vereinbarten Prinzipien aus seiner persönlichen Sicht bereits lebt. Dazu klebt jedes Mitglied beim Betreten des Raumes zu Beginn der monatlichen Geschäftsführungssitzung einen Punkt auf ein vorbereitetes Flipchart – als feste Routine.
Das ist bereits der Einstieg in den ersten Tagesordnungspunkt der monatlichen Geschäftsführungssitzung: TOP 1 – Reflexion des Stands der Führungskoalition – Dauer: zehn Minuten.
Zehn Minuten pro Monat sind gut investiert, um das Bewusstsein für die Wirksamkeit von (Geschäfts-)Führungsteams kontinuierlich zu schärfen.
Warum startest du damit nicht gleich in deiner nächsten Führungssitzung?
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